Ich bin Margarita Krukewitt, geb. Tumm, geboren 1953 in Gelsenkirchen-Buer, natürlich, wie es sich für einen waschechte Bueranerin gehört, im Marienhospital Buer.
Soweit ich mich an meine Kindheit erinnern kann, war sie in Buer wunderschön. Meine Schwester Ingrid ist sieben Jahre älter als ich. Wir hatten einen Garten und viele Nachbarskinder, mit denen wir draußen (bis die Gaslaternen leuchteten) gespielt haben. Es gab das Hegefeld, den Gladbecker Busch mit der riesigen Spielwiese, zwei Schrebergärten und viel Raum zum Spielen in der näheren Umgebung. Die St. Urbanusschule war auch nicht weit. Die Lehrer jedoch waren noch reichlich streng mit uns.
Das Wetter in meinen Kindheitsjahren war im Sommer grundsätzlich schön und warm, und im Winter hatten wir oft und reichlich Schnee, auch hier in Buer - kaum zu glauben.
Nach der Grundschule besuchte ich die Realschule in Buer. Nebenher lernte ich am Konservatorium Geige spielen. Ich war und bin äußerst stolz auf meine Geige, da sie von meinem Vater selbst gebaut wurde und einen wunderbaren mächtigen Klang hat. Ab ungefähr 14 Jahren habe ich im Jugendorchester Gelsenkirchen als 2. Geige mitgespielt.
Nach dem Abschluß der Mittleren Reife wollte ich an der Folkwang-Schule in Essen-Werden Musik studieren, doch ich habe die Aufnahmeprüfung nicht bestanden. Keine Wunder, denn dieses Nervenwrack , das dort vorspielte, hätte ich selbst auch nicht aufgenommen.
Ich war auch mit 15 Jahren noch viel zu jung. Ich sollte das Abitur machen und dann wiederkommen.
Das Schicksal hat es anders gewollt! Denn als ich 15 Jahre alt war, schrieben wir das Jahr 1968, und mein Umfeld hatte alles andere im Kopf, aber keine Klassische Musik. Ein Teenager, der Geige spielt, war zu dieser Zeit eher ein außerirdisches Wesen. Ich ließ mich also von den Beatles-Erdlingen anstecken und stürzte mich in das Disco-Leben von Gelsenkirchen-Buer incl. Tanzschule Seidel. Denn jeder, der ein echter Bueraner ist, muß Unterricht in der Tanzschule Seidel genossen haben, das ist doch klar. Übrigens habe ich dort auch späterhin beim Tanztee mein heutiges Ehegesponst kennengelernt. Seit 1972 sind wir verheiratet, immer noch, man glaubt es kaum, aber auch das kommt heute noch vor.

Schon mit 15 Jahren begab ich mich in die Klauen des Berufslebens. Ich begann eine Lehre als Bürogehilfin bei der Commerzbank AG. Nun war ich in der Arbeit 20 Jahre lang gefangen und arbeitete mich ehrgeizig bis zum Posten der Direktionssekretärin hoch.
Mit 35 Jahren gab es nur Beruf, Tennis- und Squash-Spielen und, natürlich das, was uns eigentlich immer aufrecht hielt, die Urlaube auf Laesoe in Dänemark - der Inbegriff von Glück.
Es wurde Zeit für eine Veränderung. Mit dem Schuften für andere Leute sollte nun Schluss sein. Die Familie erhielt den Vorrang.
So wurde ich eine "spätgebärende Mutter" im Alter von 36 Jahren. In den letzten 25 Jahren war und bin ich also Hausfrau und Mutter, mittlerweile mit einem kleinen Nebenjob, und kann mich nicht über ein langweiliges Leben beschweren. Vielmehr könnte ich durchaus noch eine Haushaltshilfe gebrauchen, damit ich noch intensiver meinen Interessen nachgehen kann (u.a. Computer, Geige spielen, Malerei).

Tanghaus in Dänemark